Tagung der kommunalen Bürgerbeauftragten Thüringens in Erfurt
Am 26.8.2026 lud die Bürgerbeauftragte Claudia Democh zur jährlich stattfindenden Tagung der regionalen bzw. kommunalen Bürgerbeauftragten Thüringens nach Erfurt ein. Auch wenn es nicht in jeder Thüringer Kommune Bürgerbeauftragte im eigentlichen Sinn gibt, haben einige Verwaltungen doch auch besondere Ansprechpartner, an die sich Bürgerinnen und Bürger bei Problemen mit der Verwaltung wenden können.
Der diesjährige Austausch mit den kommunalen Ansprechpartnern diente zunächst der Vorstellung der neuen Bürgerbeauftragten und einem gegenseitigen Kennenlernen. Thematisch stand das 25. Jubiläum der Institution der Thüringer Bürgerbeauftragten im Fokus. In einem Impulsvortrag gab Claudia Democh einen Einblick in Geschichte und Entwicklung dieser Ombudsstelle in Deutschland. Sie erläuterte deren rechtliche Ausgestaltung in den Bundesländern, wo sich Zuständigkeit, Aufgaben und Befugnisse der Bürgerbeauftragten teilweise deutlich voneinander unterscheiden, und schilderte auch den föderalen Variantenreichtum bei der Ausgestaltung der Zusammenarbeit zwischen Petitionsausschuss und Bürgerbeauftragter.
Im Anschluss berichteten die Teilnehmer von ihren Erfahrungen in den jeweiligen Kommunen bei der Bearbeitung von Bürgeranliegen. Hier wurde deutlich, dass sich Städte und Gemeinden aktuell vielfältigen Herausforderungen stellen müssen: Personalmangel, die Erreichbarkeit für die Bürger, Digitalisierung und der Umgang mit Fehlern. Angeregt wurde unter anderem, den Verwaltungsnachwuchs noch besser auf den direkten Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern vorzubereiten und eine offene Fehlerkultur zu entwickeln.
Auch die Folgen der Digitalisierung und des Einsatzes Künstlicher Intelligenz wurden diskutiert. Zwar bieten neue Technologien große Chancen, doch aus Sicht der Teilnehmenden geht die Umsetzung vielfach noch zu langsam voran. Statt einzelner Insellösungen brauche es stärker abgestimmte und übertragbare digitale Angebote.
Zugleich wurde deutlich, dass auch die Bürgerinnen und Bürger nach den zahlreichen Krisen der vergangenen Jahre vielfach erschöpft und ungeduldiger sind. Umso wichtiger sei ein verständnisvoller und respektvoller Umgang auf beiden Seiten.
Der Austausch zeigte: Um verlässliche und gute Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger zu sein, braucht es nicht nur engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch gute Rahmenbedingungen und funktionierende Strukturen.
Claudia Democh: „In den Kommunen läuft vieles sehr gut. Die Verwaltungen bemühen sich, bürgernah und offen zu handeln und haben häufig dafür auch direkte Ansprechpersonen. Leider wirken sich die bestehenden strukturellen Mängel aber auch auf die Arbeit der Verwaltung aus. Hier ist die Politik gefragt, Verbesserungen voranzutreiben.“




